1. Unterschiede verschiedener Lösungsansätze für integrierte Versorgung mit elektronischer Vernetzung

August 16, 2019 | Author: Luisa Bösch | Category: N/A
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Anforderungsdokument, Stand November / Dezember 2015

1. Unterschiede verschiedener Lösungsansätze für integrierte Versorgung mit elektronischer Vernetzung Die Integrierte Versorgung und eine intelligente elektronische Vernetzung gehören zusammen. Auf dem Markt präsentieren sich besonders die Angebote der Hersteller MicroNova AG (Produktname ViViAN) und pde.de, protected dialog experts Deutschland GmbH (Produktname pde-med).

1.1

In Vorgesprächen wurden Produkte weiterer Anbieter beleuchtet: On-Lab GmbH

IBS

MEDNET AG

MEDNET

CompuGroup

CGM NET

Medatixx

x.comdoxx

Bitte nehmen Sie in die Untersuchung auf, aus welchen Gründen (k.o.-Kriterien) die Produkte während der Erstellung der Studie ausgeschieden sind.

1.2

Welche Unterschiede lassen sich als Arzt, IT-Leiter oder als Netzmanager vom Umfang, der Vielfalt, der Skalierbarkeit und der Kompatibilität zu bestehenden Praxisverwaltungssystemen (PVS) anderer Hersteller feststellen. Bei welchen Arbeiten und in welchem Umfang muss der Anwender sowohl sein PVS, als auch die verwendete Kommunikationslösung nutzen, um den von ihm angestrebten Informationsstand pro Patient zu erlangen. Anders gefragt: Ist ein häufiges/ständiges Hin- und Herschalten zwischen beiden Applikationen erforderlich (die Regel oder die Ausnahme)?

1.3

Insbesondere arbeiten Sie bitte heraus, welche zeitlichen Mehr- oder Minderaufwände bei den bekanntermaßen arbeitszeit-intensiven Prozessen in den Praxen entstehen: a.) b.) c.) d.)

1.4

Posteingang Rezeptschreibung nebst Kontraindikationsprüfung Qualifizierte Elektronische Signatur (QES) der Ausgangspost Postversand, eingeschlossen die Eingangsbestätigung durch den Empfänger

Unterscheiden Sie dabei zwischen Arbeiten, die durch das Personal der Praxis ausgeführt werden können und solchen Arbeiten, die nur der Arzt persönlich ausführen kann.

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1.5

Berechnen Sie neben den Arbeitszeit-Bilanzen ein monetäres Äquivalent, wobei Sie beim Praxis-Personal einen Brutto-Stundensatz von 17,00 € und beim Arzt einen Stundensatz von 85,00 € ansetzen.

1.6

Bitte gehen Sie bei dem Vergleich der Angebote der Hersteller MicroNova AG und pde.de, protected dialog experts Deutschland GmbH auf die Anforderungen von Ärztenetzen, niedergelassenen Ärzten, Laboren, Kliniken, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein, die nach einer Lösung suchen, die eine fach- und sektorenübergreifenden Zusammenarbeit im Gesundheitssektor bietet.

1.7

Erläutern Sie bitte, in wieweit der Patient durch eine elektronische Anbindung über gängige Internet-fähige Endgeräte die ihn betreffenden Informationen zu seinem Behandlungsprozess einsehen kann, ohne die Praxis/Praxen kontaktieren oder besuchen zu müssen.

1.8

Kann der Patient Eigenmessungen wie Blutdruck, Blutzucker, Gewicht in die elektronische Akte des Behandlers eintragen?

1.9

Können Ergebnisse, die durch sogenannte „Wearables“ (Bsp.: Schrittzähler, HerzfrequenzMessung) erhoben werden, in die elektronische Patientenakte übergeleitet werden?

1.10

Lassen sich geeignete, dem Patienten zu Hause zur Verfügung stehenden Messgeräte (Bsp.: Herzinsuffizienz + Elektronische Waage mit Weiterleitung der Messergebnisse, hier Gewicht, in die ärztliche Patientenakte) realisieren?

Nachstehend werden einige wesentliche Kriterien genannt, auf die Sie bitte einzeln eingehen:

2. Vernetzung und Kommunikation Im Vordergrund steht dabei die Vernetzung und Kommunikation zwischen Leistungserbringern. Gesucht wird ein einfacher und unkomplizierter Austausch medizinischer Informationen zwischen Leistungserbringern - unabhängig vom verwendeten PVS. Es sollte keine mehrfache Dateneingabe erforderlich sein, die Datenübertragung muss über sichere Verbindungen erfolgen und die Datenspeicherung sollte dezentral erfolgen, wobei nur die Behandler Zugriff auf Patientendaten besitzen.

3. Medikamenten-Management Im Bereich Medikamenten-Management müssen kontraindizierte Medikationen vermieden werden. Beschreiben Sie hier den Arbeitsgang einer normalen Rezeptschreibung unter Berücksichtigung der prozessgenauen Zusteuerung der wissens-basierten KontraindikationsTabelle und der Zusteuerung der Medikation durch andere Ärzte.

2

Gibt es einen Praxis-übergreifenden Medikationsplan, der von allen beteiligten Ärzten bei Bedarf aktualisiert werden kann und der gleichzeitig dem Patienten in jeder beteiligten Praxis ausgedruckt/ausgehändigt werden kann? Beschreiben Sie auch, welche Möglichkeiten der Patient hat, seinen Medikationsplan elektronisch einzusehen (Zugriff durch gängige Internet-fähige Endgeräte). Beschreiben Sie, welche Möglichkeiten der Patient hat, seinen automatisch aktualisierten elektronischen Medikationsplan anderen Leistungserbringern (Apotheke, Pflegeeinrichtung, Arzt im Krankenhaus) gezielt zur Einsicht frei zu schalten. Erhalten die durch den Patienten bestimmten Adressaten eine Nachricht, wenn der gemeinsame Medikationsplan durch einen seiner Ärzte aktualisiert wurde; wenn ja, technisch wie, mit welchem Zeitversatz. Kann der Patient (auch der Apotheker) OTC-Präparate online seiner ärztlichen Medikation hinzufügen? Kann der Patient online eine Kontraindikationsprüfung genau benannter (PZN) Medikamente gegen seinen durch die Ärzteschaft geführten Verordnungsplan durchführen, ohne hierzu eine der behandelnden Praxen aufsuchen und/oder befragen zu müssen?

4. Patienten-Beteiligung am Behandlungsprozess Hat der Patient die Möglichkeit, sich aktiv in den Behandlungsprozess einzubringen. Kann der Patient hierzu online (ohne einen der Behandler bemühen zu müssen) mittels gängiger Internet-fähiger Endgeräte seine Befunde, Diagnosen, Laborwerte, aber auch aktuell vereinbarte oder zukünftig (Recall) noch anstehende Termine bei allen Leistungserbringern einsehen? Kann der Patient mittels gängiger Internet-fähiger Endgeräte jederzeit Eigenmessungen (Bsp.: Blutdruck, Blutzucker, Gewicht) und Angaben zur Befindlichkeit (Bsp.: NRS, Numerische Rating-Skala) in seine beim jeweiligen Arzt geführte elektronische Patientenakte einbringen? Werden die durch den Patienten zugelieferten Angaben in seine elektronischen Akte seiner/es Ärzte/Arztes deutlich von den anderen (ärztlichen) Einträgen abgegrenzt? Kann der Arzt per Filter sämtliche vom Patienten zugelieferten Informationen innerhalb einer chronologisch geordneten „View“ zur Anzeige bringen? Werden Angaben des Patienten zu messbaren Parametern (Bsp.: „Gewicht“) in der ärztlichen elektronischen Dokumentation fortlaufend persistent gespeichert? Falls nein, dann bitte unterscheiden zwischen „ist überhaupt nicht vorgesehen“ und „es steht nur ein Feld pro Parameter zur Verfügung, dass durch jeden Neu-Eintrag überschrieben wird. Falls physikalische Messwerte inklusiv „Zeitstempel“ persistent gespeichert werden, können diese dann wahlweise zusammen mit identischen Parametern aus vom Arzt erhobenen Messergebnissen in Messreihen numerisch und/oder grafisch angezeigt werden.

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Kann der Arzt zu bestimmten Messwerten (Bsp.: Blutzucker) Patienten-individuelle Trigger setzen, die auch dann eine deutliche Meldung an ihn generieren, wenn der Patient nicht in seiner Praxis ist?

5. Vertragsabbildung Eine automatische Identifikation geeigneter Patienten für Selektiv- oder IV-Verträge sollte möglich sein. Dazu gehört die Vorbereitung der für die Vertragseinschreibung benötigten Unterlagen mit schneller und einfacher Auswertung des Teilnehmerstatus für verschiedene Programme, um eine leichte Abrechnung zwischen Ärztenetz und teilnehmenden Ärzten zu ermöglichen.

6. Reporting & Versorgungsforschung Es sollte eine einfache Erstellung detaillierter Analysen und Reports im Bereich von Qualitätsindikatoren und Zielerreichungsquoten möglich sein, um schnell und einfach mit Hilfe von Überprüfungen und Auswertungen der Patientenstruktur (pseudonymisiert oder anonymisiert) eine Basis für eine Weiterentwicklung von Selektiv- und IV- Verträgen oder individuellen Gesundheitsprogrammen zu ermöglichen.

7. Elektronische Dokumentation und Abrechnung Gefordert wird eine schnelle, effiziente und vollumfängliche medizinische Dokumentation, die alle Abrechnungsarten wie KBV-zertifizierte KV-Abrechnung, Privat- und BG-Liquidation bietet.

8. Praxisorganisation Ein Aufgabenplan sollte die effizientere Zusammenarbeit im Ärztenetz mit einem einfachen Überblick über alle in Kürze anstehenden oder längerfristig geplanten Untersuchungen eines Patienten ermöglichen.

9. Patienten-Beteiligung am Organisationsprozess „Ärztenetz“ Wie organisiert der Patient seinen Eintritt in eine Form der Praxis-übergreifenden Integrierten Versorgung. Beschreiben Sie folgende Vorgänge: a.) Einwilligung zur „Netzbildung/Netzgründung“ b.) Einwilligung zur „Netzerweiterung“ c.) Ausschluss zukünftig nicht mehr erwünschter „Netz-Behandler“ Stellen Sie ebenfalls die Abbildung rechtskonformer oder „rechtlich grenzwertiger“ ProzessSchritte aus der Sicht der beteiligten Ärzte und aus der Sicht der beteiligten Patienten dar. 4

10. Risiken bei Interessenkonflikten mit dem Lieferanten der primären PVS Welche Applikation der Hersteller MicroNova AG (Produktname ViViAN) und pde.de, protected dialog experts Deutschland GmbH (Produktname pde-med) liest ohne Zustimmung der PVS-Hersteller deren Datenbestände von den vorhandenen PVS aus, um eigene wirtschaftliche Verwertungen dieser Daten vorzunehmen? Das systematische Auslesen von Behandlungsdaten aus einem PVS zur Realisierung eigener Geschäftsprozesse kollidiert mit den Interessen der PVS-Hersteller. Was passiert, wenn die PVS-Hersteller versuchen, das Auslesen zu erschweren? Grundsätzlich wird man davon auszugehen haben, dass die Hersteller der PVS Gegenmaßnahmen durchführen werden, wenn eine fremde Applikation sich, egal über welche technische Realisation, aus dem kumulierten Datenbestand der PVS bedient, um eigene Ziele zu realisieren wie beispielsweise die Synchronisation von Patientenakten über die Grenzen der jeweiligen Praxen/Institutionen hinaus. Sind die zu vergleichenden Angebote gegenüber folgende möglichen Repressalie der PVSHersteller resistent: Die PVS-Hersteller ändern die Grundlage zur technischen Lösung zum Auslesen der Daten aus deren PVS sowohl inhaltlich (z. B. Bilder/.jpg anstelle von PDF) als auch im zeitlichen Ablauf (z. B. eingebaute Zeitverzögerungen) in Form von Updates „just in time“ elektronisch, so dass die Vorlaufzeit für eine Reaktion zur Erstellung oder Fortschreibung einer Anpassung für die Nutzer gering ist? Wie wirken sich folgende Praxis-Situationen auf die Datenqualität aus:      

Die Applikation ist nicht gestartet Die Applikation ist gestartet, aber der Anwender verwendet die Applikation nicht Die Daten werden nicht per Tastatur/Maus in das PVS eingegeben Die Daten werden von der Applikation erfasst, müssen aber korrigiert werden Bestimmte Feldinhalte sind in der Karteikarte des PVS nicht zu finden (z. B. PZN = Pharmazentralnummer) Der Anwender startet mehrere Instanzen des PVS auf einem Rechner

11. Zusammenfassung, Gesamtbewertung Fassen Sie die einzelnen Abschnitte mittels einer Gesamtbewertung zusammen.

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