innotech Transfer Das Magazin der Technologieregion Berlin Südost 03/ 2011

September 13, 2018 | Author: Manuela Siegel | Category: N/A
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03/ 2011

Das Magazin der Technologieregion Berlin Südost 03 Produkte und Innovationen 05 Neu im IPW und TGS 07 siu-x — Netzwerk für Sicherheit 10 ENASYS GmbH — Getriebelose Windgeneratoren 12 Bi-Ber GmbH & Co. KG — Eingebaute Augen 14 Ein virtuelles ­Abbild der BAE Batterien GmbH 16 Fehlertolerante ­Regelung von Windkraftanlagen 18 Wirtschafts­förderung ­Berlin 19 Veranstaltungen

I n n o t e c h 0 3 / 2 0 1 1 E d i t o r i a l

Editorial Transfer, lat. »hinüberbringen«, hier gebraucht für die Übertragung von Wissen und Fertigkeiten in neue Anwendungen, steht der vorliegenden Ausgabe des Innotech voran. Ebenso vielfältig wie der Begriff an sich zeigen sich die Projekte, die Unternehmen miteinander oder in Partnerschaft mit wissenschaftlichen Einrichtungen durchführen. Und ebenso vielfältig sind Formen der Organisation der Zusammenarbeit, deren Finanzierung und Ergebnisverwendung. Es gibt wohl kaum Situationen, in denen so ausgeprägt eine win-win Situation erlebbar ist: Innovationskraft und Rentabilität für die Unternehmen, hervorragende Erfüllung des Lehrauftrages für die beteiligten Hochschulen und vielfältiger gesellschaftlicher Nutzen. Grund genug, Ihnen einige der Akteure im Innovationspark und im TGS Spreeknie und deren Projekte vorzustellen. Vielleicht kann es Anregung sein, Möglichkeiten zur Kooperation zu prüfen, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und eigene Projekte zu initiieren? Eines der erfolgreichsten Förderprogramme des Bundes – ZIM NEMO aus dem Zentralen Innovationsprogramm für den Mittelstand - trägt seit längerem dazu bei, dass kleinen technologieorientierten Unternehmen der Aufbau von Netzwerken zur Forschungskooperation und gemeinsamer Produktentwicklung gelingt. So auch bei dem Projekt siu-x - Sicherheit in unterirdischen Verkehrsanlagen, an dem zwei Unternehmen im IPW beteiligt sind (Seite 7), www.zim-bmwi.de/netzwerkprojekte. Andere Wege zur Lösung komplexer technologischer Probleme schlagen Unternehmen ein, die Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten eingehen, die manchmal sogar ein Weg sind, passende Arbeitskräfte zu finden. Welche hervorragende Innovation hier auf dem Gebiet der Windkraftanlagen entsteht, lesen Sie auf Seite 10. Gerade auf dem Gebiet der Umwelttechnik macht sich die Hochschule für Technik und Wirtschaft stark. Die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Traditionsunternehmen BAE (Seite14) oder mit der RLI gGmbH im TGS (Seite16) sind nur zwei Beispiele, wie sich die kurzen Wege zur HTW nutzen lassen. Das Suchen nach neuen Lösungen setzt Neugier und Lust auf Veränderung voraus. Ebenso wie Information über die zahlreichen Angebote, die es zu nutzen gilt! Dipl-Ing. (FH) Carola Reiblich, MBA, Geschäftsführerin SEK GmbH, ­Betreibergesellschaft des TGS, Klaus-Henry Koch, Geschäftsführer

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der IMG mbH, Betreibergesellschaft des IPW

 I n h a lt/ I m p r e s s u m

Inhaltsverzeichnis Produkte und Innovationen 

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Greylogix GmbH — Sauberes Wasser für Hamburg

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EcoIntense GmbH — EcoWebDesk® LGC Genomics GmbH — sbeadex®  Neu im TGS und IPW

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Larotin — Websiteprogrammierung und Social Media  Kolibry Werbung — Beschilderung und Leuchtwerbung  Manuel Fischer — Softwareentwicklung Hochschule für Technik und Wirtschaft — INKA

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Firmenprofil

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siu-x — Netzwerk für Sicherheit ENASYS GmbH — Getriebelose Windgeneratoren Bi-Ber GmbH & Co. KG — Eingebaute Augen

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Projekte

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Ein virtuelles Abbild der BAE Batterien GmbH Fehlertolerante Regelung von Windkraftanlagen 

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Wirtschaftsförderung 

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Veranstaltungen 

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­Impressum Innotech wird herausgegeben von der Innovations­park Wuhlheide Managementgesellschaft mbH, Köpenicker ­Straße 325, 12555 ­Berlin R ­ edaktion Reimund Lepiorz ­Gestaltung Bildmitte — Büro für Gestaltung, Matthias Nichelmann Fotografie Projekt­foto Richter, außer Seite 3 (Photolia), Seite 7-8 (Archiv siu-x), ­ nschrift Seite 15 oben (Archiv BAE), Seite 15 unten ­(Archiv HTW) A der Redaktion ­IMG mbH, ­Köpenicker ­Straße 325, 12555 Berlin, Tel: 6576 2431, Fax: 65 76 2799, [email protected], www.ipw-berlin. de Druck Agit Druck, August 2011

Innotech 03/2011

P r o d u k t e u n d I n n ovat i o n e n 

Mit Gaerisch am 14.7. gesprochen, will Prozessbild senden

Die GreyLogix GmbH stattet die Hamburger Wasserwerke mit einer Automatisierungslösung auf Basis von Siemens Simatic Produkten aus.

Produkte und Innovationen Sauberes Wasser für Hamburg GreyLogix wurde im Jahre 2000 in Flensburg gegründet. Geschäftsfeld ist die Planung, Projektierung und Realisierung von Automatisierungslösungen auf Basis von Siemens Simatic Produkten für Anlagen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Energie- und Versorgungswirtschaft. Die besondere Stärke der GreyLogix GmbH liegt dabei in der Projektierung der Systeme Prozessleitsystem PCS 7, Simatic IT und MES. Greylogix hat die Hamburger Wasserwerke nun mit einer technisch aktuellen Automatisierungslösung ausgestattet. Zuvor waren unterschiedliche Systeme wie Siemens COROS, Sinaut lsx UND Simatic S5 in Gebrauch. Aufgabe war es, die Umrüstung der einzelnen Werke bei laufendem Betrieb auf zeitgemäße Siemens S7 Steuerungen mit einer Simatic WinCC Prozessvisualisierung umzurüsten. Die Vernetzung sollte durchgängig über Ethernet erfolgen, noch nicht automatisierte Prozessschritte in das Gesamtsystem einbezogen werden und außerdem wollte man ein zweistufiges Alarmsystem integrieren, um schneller und gezielter auf kritische Betriebszustände reagieren zu können. Ein Merkmal des neuen Systems ist eine durchgängig einheitliche Steuerungsebene. In jedem Prozessbereich wird eine Steuerung Simatics S7-400 eingesetzt, die übergeordnete Aufgaben der jeweiligen Teilanlagen übernimmt. Er bildet die Schnittstelle zur unterlagerten Simatic S7-300 auf der einen und dem Leitsystem auf

der anderen Seite. Alle lokalen Steuerungen sind über 100-Mbit/s-Ethernet vernetzt. Eine Ethernet Standleitung verbindet jedes Werk mit der Leitzentrale, in der sämtliche Prozessdaten und Störungsmeldungen der einzelnen Werke zusammenlaufen. Die Prozessteuerung erfolgt über Simatic WinCC mit grafischer Benutzeroberfläche. Über 300 Prozessbilder machen den Prozessablauf transparent. Dabei kann sich der Wassermeister von der Übersicht über alle Werke und Rohrleitungen einer Werkgruppe über den Betriebszustand seiner Werkes bis hin zum einzelnen Aktor und Sensor durchklicken. Er kennt die Fördermenge der Pumpen, den Pegel des Reinwasserbehälters und den an das Netz abgegeben Wasserdruck und vieles mehr. Wenn eine unvorhergesehene Situation eintritt und das Werk nicht besetzt ist, setzt das System automatisch per SMS eine Alarmmeldung ab und schickt detaillierte Informationen an die Leitzentrale. GreyLogix GmbH, Stephan Gaerisch, Tel: 030. 5304 1505, www.greylogix.de

EcoWebDesk® 4.5 mit Modul-Erweiterung Das web-gestützte Managementsystem für Umweltschutz und Arbeitssicherheit EcoWebDesk® verfügt ab sofort mit der Version 4.5 über ein integriertes Tool für Prozessmodellierung. Mit dieser Erweiterung der bestehenden Komponenten des Grundsystems und der fünf Managementmodule (Öko-Controlling, Auditmanagement, Legal Compliance, Gefahrstoffmanagement und Arbeitssicherheit) bietet die EcoIntense GmbH ein zusätzliches Werkzeug, um Organisations- und Prozess-

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I n n o t e c h 0 3 / 2 0 1 1 P r o d u k t e u n d I n n ovat i o n e n

Neu: Kitsystem zur Trennung von vervielfältigter DNA und Primern

Strukturen einfach, unkompliziert und übersichtlich darzustellen und zu dokumentieren. EcoWebDesk® bietet die vollständige Konformität zur DIN EN ISO 14001 und zur OHSAS 18001. Ende März 2011 hat die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS GmbH), Mitglied im International Certification Network (IQNet), das Unternehmen aus dem TGS nach der ISO 9001: 2008 auditiert und das Zertifikat erteilt. Das Qualitätsmanagement betrifft Entwicklungen und Softwareangebote, außerdem Serviceleistungen wie die uneingeschränkte und dauerhafte Betreuung der Kunden bei der Nutzung einzelner oder kombinierter EcoWebDesk®-Module via SaaS (Software as a Service) oder von direkten Lizenznehmern, die das System in eigene IT-Infrastrukturen integrieren. Die EcoIntense GmbH wurde im August 2007 als Start up der drei Umweltinformatiker Markus Becker, Hardy Menzel und Sebastian Mönnich gegründet. Mit dem von ihnen entwickelten webbasierten Informationssystem »EcoWebDesk« unterstützen sie insbesondere mittelständische Unternehmen in ihrem Umweltmanagement. Das System vereinfacht die kosteneffiziente, umweltverträgliche und nachhaltige Steuerung von Unternehmen. EcoIntense GmbH, Tel: 030. 5304 1305, www.ecointense.de

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sbeadex® PCR trennt vervielfältigte DNA Im Mittelpunkt der sich in den letzten Jahren rasant entwickelnden Molekularbiologie steht oftmals die Erbsubstanz DNA (Desoxyribonukleinsäure), der biologische Informationsspeicher für alle lebenden Organismen auf der Erde. Zur Erforschung der Bedeutung der DNA stehen inzwischen eine Vielzahl moderner Methoden zur Verfügung, die in den Laboratorien alltäglich angewandt werden. Eine dieser zentralen Grundlagenmethoden ist die Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR – Polymerase-Chain Reaction). Ihr Erfinder, Kary B. Mullis, erhielt 1993 den

Nobelpreis für Chemie. Ohne die Erfindung der PCR wären heute viele wissenschaftlichen Fortschritte im analytischen und diagnostischen Bereich, wie zum Beispiel bei der aktuellen Analytik des EHEC Erregers aus verschiedenen Lebensmitteln oder die Erstellung und Überprüfung von genetischen Fingerabdrücken (etwa für Vaterschaftstests), nicht denkbar. Die PCR selbst ist eine Methode, mit deren Hilfe DNA spezifisch und exponentiell vervielfältigt werden kann. Diese Vervielfältigung ist unter anderem bei der Diagnose von Krankheitserregern nötig, da trotz sehr sensitiver Nachweismethoden eine gewisse Menge an DNA zur Detektion gebraucht wird. Für diesen multiplen Vervielfältigungsprozess benötigt man neben der zuvor aufgereinigten Ausgangs-DNA unter anderem so genannte Primer – kurze DNA-Fragmente. Diese kurzen DNA-Abschnitte können allerdings weitere Anwendungen, die sich an die PCR anschließen, beeinträchtigen und im schlimmsten Fall verhindern. Folglich müssen Primer und zuvor durch die PCR vervielfältigte DNA voneinander getrennt werden, bevor die DNA weiter untersucht werden kann. LGC Genomics ist als Entwickler und Produzent für Komplettlösungen zur Aufreinigung von DNA, sogenannte DNA-Extraktionskitsysteme, international tätig. Diese Komplettlösungen enthalten alle benötigten Chemikalien und ermöglichen sowohl Hochdurchsatzextraktionen per Automatisierung als auch eine reine manuellen Durchführung. Technologische Grundlage der Kitsysteme sind superparamagnetische Partikel, die nach einer speziellen chemischen Behandlung DNA binden können. Die an die Partikel gebundene DNA kann anschließend mittels eines Magneten von anderen, nicht an die Partikel gebundene Zellbestandteile getrennt werden. Diese Technologie wird in der sbeadex® Produktlinie von LGC bereits für viele Anwendungen wie die Aufreinigung von DNA aus Blut, Pflanzenmaterial oder forensischen Proben verwendet. Neueste Anwendung der sbeadex® Technologie ist ein Kitsytem zur Trennung von vervielfältigter DNA und Primern. Die Primer binden im Gegensatz zur vervielfältigten DNA nicht an die im Kit verwendeten magnetischen Mikropartikel. So kann durch einfaches Anlegen eines Magnetfeldes das PCR-Produkt aus der Reaktionslösung abgetrennt werden. Das Ergebnis der Aufreinigung ist ein von allen die Folgeuntersuchungen störenden Substanzen befreites DNA Fragment. Da Magnetfelder leicht erzeugt und manipuliert werden können, eignet sich der Kit besonders für voll automatisierte Laborprozesse, die langweilige und umfangreiche manuelle Laborroutinen ablösen und einen viel höheren Probendurchsatz ermöglichen. LGC Genomics GmbH, Tel: 030. 5304 2200, www.lgcgenomics.com

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NEU i m i p w u n d t g s 

Jacqueline und Matthias Rohde programmieren seit 1997 Websites für Unternehmen.

NEu I m I PW Websiteprogrammierung und Social Media Jacqueline und Matthias Rohde begannen bereits Anfang der 90er Jahre im damaligen Datex-P System der Deutschen Bundespost und im Fidonet zu programmieren, bevor sie – als es dann Mainstream-tauglich war – ins Internet wechselten. 1997 machten sie sich selbständig, nannten ihre Firma Larotin und programmieren seither auf Basis von PHP, Html und Java Websites für Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Darunter Hotels, produzierende Unternehmen, TK-Unternehmen, Online-Shops und Online-Händler. »Mittlerweile betreuen wir rund 70 bis 80 Firmen, einige seit der Gründung unseres eigenen Unternehmens«, so Frau Rohde. Bei größeren Projekten arbeiten sie in einem Team aus freiberuflichen Programmierern und Webdesignern. Insgesamt besteht das Netzwerk aus zehn Mitarbeitern. Mit der Entwicklung der Internetwirtschaft sind auch neue Arbeitsbereiche hinzugekommen, eines ist Social Media. »Für die Firmen wird es immer wichtiger, sich auch hier gut zu präsentieren und über diese Plattform direkt mit Kunden in Kontakt treten zu können«, erklärt Frau Rohde. So gestaltet sie Auftritte für die Firmen, berät und übernimmt den Support für diese Auftritte. Außerdem im Portfolio der SEO-Support (Search Engine Optimizing), also die Optimierung der Website für Suchmaschinen und die Programmierung kundenspezifischer Apps. Dabei handelt es sich um spezielle Anwendungen, die an eigene Kundenseiten angebunden sind, wie zum Beispiel Datenbanken, die ausgelesen werden können oder Buchungssysteme für Hotels, die mobil abgerufen werden. Firma Larotin, Tel: 030. 6576 3608, www.larotin.de

Kolibry: Beschilderung und Leuchtwerbung Stefan Katschinka ist Meister des Schilder- und Lichtreklameherstellerhandwerkes und gründete sein Unternehmen im Jahre 2001. Er beging im März dieses Jahres sein zehnjähriges Firmenjubiläum. Kolibry Werbung erstellt für mittelständische Unternehmen Werbemedien, vorwiegend im Außenbereich, und übernimmt weitere Leistungen im Umfeld der Mediengestaltung, wie zum Beispiel die Beschriftung von Schaufenstern, Firmenschildern, die KFZ-Beschriftung, die Anfertigung von Lichtkästen, Bauplanen- und Folienbeschriftung, die Druckvorlagen- oder auch die Stempelherstellung. Kolibry Werbung stattete in den vergangenen Jahren unter anderem die Jeanskette Fast Forward aus, das Tierheim Berlin und die Sanitätshäuser Seeger und OTG. Im IPW gehört die POND Security Service seit einigen Jahren zu ihren Kunden. Seit Juni 2011 hat das Unternehmen seinen Sitz im Innovationspark. Ein wesentliches Argument für das IPW war die Infrastruktur, so Herr Katschinka, genauer: Parkplätze. Auf dem Campusgelände ist ausreichend Platz, Fahrzeuge zu beschriften. Kolibry Werbung, Tel: 030. 6576 3534, www.kolibry.de

Kolibry Werbung, Tel: 934 97 910, www.kolibry.de

NEu I m TG S

Softwareentwicklung und eCommerce-Systeme

Manuel Fischer ist Ingenieur für Elektrotechnik und Softwareentwickler. Seit Mai dieses Jahres bereitet er in Gründerzimmer des TGS sein eigenes Unternehmen vor. Er unterstützt vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen bei der Realisierung von IT-Projekten. Sein Service umfasst die Beratung und die Umsetzung kundenspezifischer Projekte, die Installation von Contentmanagement- und eCommerce-Systemen auf Basis von

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NEU I M I PW u n d TG s

Im Existenzgründerzimmer: Manuel Fischer realisiert IT-Projekte

Magento oder Wordpress. Vor seiner Unternehmensgründung war er bei Verkehrsunternehmen angestellt und entwickelte dort Software für den öffentlichen Nahverkehr, Visualisierungssoftware oder Steuerungssoftware. Eines seiner ersten Projekte als selbständiger Berater und Entwickler betrifft so auch die Konzipierung eines Kundeninformationssystems im Fahrzeuginneren, das er für ein großes Berliner Unternehmen betreut. In der Zukunft sieht Herr Fischer seinen Schwerpunkt überwiegend bei eCommmerce-Projekten, OnlineShops und der Entwicklung entsprechender Module wie Paymentsysteme oder die Anbindung der Systeme an die Lagerwirtschaft. Er legt den Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen, weil die Kommunikationswege in der Regel kürzer sind und die Abstimmung reibungsloser funktioniert. Das TGS lernte Herr Fischer über Veranstaltungen in Schöneweide kennen. Er plant auch nach Ablauf seiner Gründerzeit ein Büro im Technologiezentrum zu belegen. Manuel Fischer, Tel: 0163. 1705 395, www.quador.de

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INKA – IT-Anwendungen für Berliner Museen Seit Mai 2011 arbeitet die Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationsanwendungen (INKA) der Hochschule für Technik und Wirtschaft im TGS. INKA erforscht anwendungsorientierte Lösungen der Informatik. »Im Wesentlichen,« so Projektkoordinatorin Dr. Regina Franken-Wendelstorf, »bringen wir Kultur und Informatik zusammen und stellen mit den Mitteln und Möglichkeiten der Informationstechnologie kulturelle Ereignisse und Objekte dar.« Kooperationspartner sind das Jüdische Museum in Berlin, die Berlinische Galerie und das Museum für Islamische Kunst, für die bisher Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Arbeit sind. Bei HardMut II erarbeitet INKA zusammen mit dem Jüdischen Museum ein mobiles Museum. »Wir gehen

Prof. Dr. Jürgen Sieck, Leiter der Forschungsgruppe INKA an der HTW

in einem interdisziplinären Team der Frage nach, wie man eine Ausstellung in multimedialer Form auf Reisen schicken kann.« POSEIDON – Positions- und kontextsensitive Informationssysteme – entwickelt RFIDbasierte Lösungen, die die Leistungsfähigkeit dieser Technologie in Museen und öffentlichen Einrichtungen mit großem Besucherverkehr demonstrieren soll. Es handelt sich bei den Projekten überwiegend um Multimediaanwendungen in den Museen selber, die Ausstellungsbesuchern über innovative IT-Technologien neue Möglichkeiten der Kulturrezeption erschließen und den Ausstellungsmachern gleichzeitig neue Formen der Bildungsarbeit in die Hand geben. Die Forschungsgruppe kooperiert sowohl mit der HU als auch der TU und unterhält national und international enge Verbindungen zu verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten. »Eine wesentliche Basis unserer praxisnahen Arbeit ist neben den kulturellen Trägern der Austausch mit Partnern aus klein- und mittelständischen Unternehmen in unserer Region«, sagt Frau Dr. Franken-Wendelstorf. Die Forschungsgruppe veranstaltet unter dem Aspekt Technologietransfer und Technologieentwicklung regelmäßig Konferenzen und Workshops. Dazu gehören die Tagungsreihen »Wireless Communication and Information« im Herbst und »Kultur und Informatik« im Mai jeden Jahres. In Zusammenarbeit mit der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung wird hier ein wirkungsvoller Rahmen für den interdisziplinären Austausch gegeben. Hochschule für Technik und Wirtschaft, Forschungsgruppe INKA, Tel: 030. 5019 2399, http://inka.f4.htw-berlin.de

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firmenprofil 

Nur fünf Jahre bis in den Markt Netzwerke wie siu-x tragen dazu bei, Innovationszyklen zu beschleunigen und innovative Produkte schneller am Markt zu etablieren.

Eigentlich wollte die Polizei größere Schilder für den Tunnel. Um einiges größer jedenfalls, als sie die Richtlinien vorgeben. Es handelte sich um Spurenpfeile wie sie jedem Autofahrer schon mal begegnet sein sollten, also grüner Pfeil und rotes Kreuz. Je größer die Schilder, desto höher müsste man aber auch den Tunnel bauen; zwar nur ein paar Zentimeter, aber bei einem Projekt wie dem Deckeltunnel des Autobahnabschnitts in Hamburg-Stellingen sind ein paar Zentimeter mehr gleich ein paar Millionen Euro mehr. Es war wohl das erste Mal, vermutet Dr. Wolfgang Rehak von der OUT e.V., dass sich Polizeibehörde und Verkehrsministerium auf eine Untersuchung einließen, die im Wesentlichen aus einer neuartigen Simulation besteht, um die Größe von Verkehrszeichen festzulegen. 95 Probanden nahmen an Tests im Tunnelsimulator teil. Er ermöglicht es, anhand speziell auf die Gegebenheiten abgestimmter 3D-Echtzeit-Simulation, das Verhalten von Probanden mit Hilfe von Hautwiderstandsmessungen, Augenbewegungsanalysen und weiterer Faktoren zu untersuchen. Das Ergebnis in diesem Fall: ab einer Größe von 50 Zentimetern widmen die Probanden den Spurenkennzeichnungsschildern keine signifikant erhöhte Aufmerksamkeit mehr. Damit war das Richtmaß für genau diese Umgebungsbedingungen festgelegt.

Die Kosten für den Bau der Tunnelanlage blieben im Rahmen. Die Optimierungsaufgabe und besonders das Produkt der Tunnel­ simulation haben auf dem letzten Fachkongress für Tunnel­ sicherheit für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Verantwortlich für die Untersuchung waren zwei Unternehmen: die HumanFactors-Consult GmbH aus dem Innovationspark Wuhlheide und die INTEROFFICE GmbH. Gemeinsam entwickelten sie einen in dieser Art einmaligen Tunnelsimulator, der mit besonderem Augenmerk auf das menschliche Verhalten neue Möglichkeiten bei der sicherheitsoptimierten Planung von Verkehrstunneln erlaubt. Ein Forum schaffen Die Untersuchung fand im Rahmen eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert Netzwerkes statt, siu-x: Sicherheit in unterirdischen Verkehrsanlagen. Der Zweck des Netzwerks besteht darin, Innovationen zu schaffen, sie in den Markt zu bekommen, Forschung innerhalb einer möglichst überschaubaren Zeitspanne in Produkte und Dienstleistungen zu übersetzen. »Entscheidend sind die Innovationszyklen«, so Dr. Wolfgang Rehak. Ein klassischer Innovationszyklus sah noch vor nicht allzu langer Zeit zwanzig Jahre von der Innovation bis zur Umsetzung vor. Mit funktionierenden Communities, etwa in Form regelmäßiger Konferenzen, konnten die Zyklen auf gut zehn Jahre reduziert werden. Und in Zukunft soll es noch schneller gehen. »Wir wollen Innovationszyklen von fünf Jahren möglich machen.«

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Gefördert wird das Netzwerkmanagement. Förderprogramm ist ZIM-NEMO aus dem zentralen Innovationsprogramm Mittelstand. Die Anteile der Förderung sind dabei degressiv, die Partnerunternehmen beteiligen sich an der Finanzierung des Managements. Träger ist der OUT e.V. Ihre Aufgabe sehen die Netzwerkmanager darin, ein Forum zu schaffen, das eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Firmen ermöglicht, die ansonsten nicht ohne weiteres auf die Idee kämen, zusammen zu arbeiten oder die in Teilbereichen sogar konkurrieren. Schon allein um den regelmäßigen Austausch zu schaffen, treffen sich die Netzwerkpartner in Abständen von ein bis zwei Monaten. Punkt zwei ist Nachhaltigkeit: »Vorgesehen ist, dass sich die Netzwerke nach Ablauf der Förderung selbst tragen«, so Dr. Rehak. siu-x ist das dritte Netzwerk, das der OUT e.V. in den vergangenen acht Jahren initiierte. Das erste, gegründet im Jahre 2004, trägt sich bereits selbst. Netzwerkmanager des OUT e.V.: Angelika Schlosser und Dr. Wolfgang Rehak

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20 Jahre OUT e.V. Der Träger des Netzwerks begeht in diesem Sommer sein 20-jähriges Jubiläum. Am 19. Juni 1991 trafen sich eine Handvoll Ingenieure und Wissenschaftler aus dem Werk für Fernsehelektronik im »Mittelpunkt der Erde«, einer Kneipe in Schöneweide. Es stand von Anfang an fest, dass es sich um einen gemeinnützigen Verein handeln sollte. Der Plan sah vor, anwendungsnahe Forschung für KMU zu betreiben in Mikro- und Optoelektronik sowie Biotechnologie. Die ersten Projekte wurden im Rahmen von ABM-Maßnahmen eingeworben. Man begann mit einer technischen Grundausstattung, die überwiegend aus dem Werk für Fernsehelektronik stammte und Räumlichkeiten, die buchstäblich im Schatten des Fernsehwerkes lagen. Als die Räumlichkeiten dem TGS in Schöneweide weichen mussten, begann die Suche nach einem neuen Standort, einem nahe liegenden. Und nichts lag näher, als das IPW. Das war 1998. Die Form des OUT e.V. änderte sich. Auf Basis erfolgreich durchgeführter FuE-Projekte stieg auch die Anzahl an Forschungsaufträgen. Die Idee, Forschung für KMU zu betreiben, hat sich bestens bewährt, weiß man heute. Der OUT e.V. ist mittlerweile eine bundesweit agierende externe Industrieforschungseinrichtung. Zweck ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Mikro- und Optoelektronik sowie der Biotechnologie und des Umweltschutzes. Neben dem Gebiet der Dünnschichttechnologien, in dem der OUT e.V. auch Auftragsforschung bei Dünnschichtabscheidung und -Analyse offeriert, befasst sich der OUT e.V. mit LED, Sensorik sowie im Rahmen mehrerer Netzwerke wie zum Beispiel siu-x mit Sicherheitsforschung.

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Sensible Infrastruktur »Es ist wichtig, ein Thema zu schaffen, um das sich Ideen kristallisieren lassen«, sagen die Initiatoren des Netzwerkes. Dann erst ist Raum für Produkte. Das Thema von siu-x ist hochaktuell: eine schwer zu schützende und sensible Infrastruktur: Bahnhöfe, Tunnel, Parkanlagen, auch Shopping-Malls. Neu­artige Notruf- und Leitsysteme, ein optimiertes Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik – wie eingangs am Beispiel der Beschilderung im Elbtunnel beschrieben – neue Werkstoffe, mobile Sensorik und weitere Themen gehören zu Portfolio der zwölf assoziierten Firmen. Sie sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und stammen aus unterschiedlichen Branchen. Der branchenübergreifende Ansatz hat dabei Methode. Innovation ist ein Ereignis, das sich branchenübergreifend häufiger einstellt, haben Untersuchungen ergeben. Eines der Kernthemen ist das eindeutigere und schnellere Erkennen einer Gefahr. »Präventive und detektive Technik sind heute nicht mehr auf dem neuesten Stand.« Das haben die Netzwerkpartner als eines ihrer Themen erkannt. Es geht darum, nach neuesten technischen Möglichkeiten optimale Sicherheit in diesen Anlagen zu gewähren, in präventiver Hinsicht und in Hinblick auf die adäquate und rasche Reaktion auf Gefahrensituationen. »Technik wird zumeist linear und für ihr eigenes System ausgewertet«, sagt Herr Lange. Wird es warm im Tunnel, kann ein Lastwagen erhöhte Werte produzieren oder es handelt sich tatsächlich um einen entstehenden Tunnelbrand. »Wenn der Wärmedetektor sehr gut ist, kann er den Verlauf der Wärmekurve aufzeichnen«, erklärt der Netzwerkmanager. Gassensoren, Videodaten, jedes einzelne System liefert brauchbare Daten. Im Endergebnis führe es aber nach wie vor dazu, dass gut achtzig Prozent aller Alarme Fehlalarme sind. Deswegen ist einer der ersten Ansätze, die Daten verschiedener Sensorstrecken so auszuwerten, wie sie auch im menschlichen Gehirn

Ebenfalls Netzwerkmanager des OUT e.V.: Frieder-Jens Lange

zusammenlaufen: im Sinne einer Sensorfusion.Der Innovationsschub in solch komplexen Projekten entsteht gewiss nicht allein durch die Entwicklung einzelner, isolierter Produkte, wissen die Netzwerkmanager. Die Produkte müssen ganz im Sinne des Netzwerkgedankens erst zu Systemen integriert werden. Reimund Lepiorz

OUT. e.V. Tel.: 030. 6576 2671, www.out-ev.de Infos zu den Projekten und Netzwerkpartnern: www.siu-x.net.

HFC Human-Factors-Consult GmbH Die Human-Factors-Consult GmbH erforscht die Interaktion von Mensch und Technik. Wie muss Technik beschaffen sein, damit der Nutzer etwas mit ihr anfangen kann, damit sie sicher ist oder den Menschen nicht überfordert? Begonnen hat HFC im Jahre 2002 als Spin-off der Technischen Universität Berlin mit der Erforschung von Fahrerassistenzsystemen und Evaluierungen im Automobilbereich. Heute ist zum Beispiel die HFC-Skala zur Müdigkeitsbewertung etabliert und wird von vielen Automobilherstellern herangezogen, um Prototypen zu Müdigkeitswarnsystemen zu bewerten. Die Deutsche Flugsicherung (DSF) nutzt die Kompetenz des privaten Forschungsinstituts, wenn es um die Einführung neuer operationeller Konzepte an Flughäfen oder in der Flugsicherung geht. Ihre Ergebnisse sind in Medizin, Verkehrswesen und der Sicherheitstechnik gefragt. HFC Human-Factors-Consult GmbH, Tel: 030. 6576 3220 www.human-factors-consult.de 9

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Getriebelose Windgeneratoren neu definiert

Die PM-Generators GmbH, die TU Dresden und die ENASYS GmbH arbeiten an einem Windgeneratorsystem im Leistungssegment von fünf Megawatt. Es eignet sich besonders für offshore-Anlagen und macht es möglich, getriebelose, sehr leichte und wartungsarme Windräder zu bauen und effizienter als bisher zu betreiben.

Die Versuchsanlage füllt den halben Raum und sieht aus wie das Innere eines gewaltigen Föns. Es ist Stufe eins, ein Modell, wenn man so will, und zwar eines Windgenerators, der ohne Getriebe funktioniert. Der komplette Prüfstand steht im Erdgeschoss des IPW. Ihr realer Einsatzort wäre die Gondel einer Windkraft­anlage, in denen heute zumeist Generatoren wirken, die mit einem Getriebe die geringen Drehzahlen der großen Windanlagenpropeller in die hohen Drehzahlen der elektrischen Generatoren umsetzten. Das Problem: die Getriebe sind starken mechanischen Kräften ausgesetzt, leiden folglich an Verschleiß und müssen in regelmäßigen Abständen, man rechnet mit etwa fünf bis sieben Jahren, ausgewechselt werden. Bei einer geplanten Verwendungsdauer von 25 Jahren ist dieser Fakt für Betreiber von derartigen Anlagen ausgesprochen unerfreulich. Wenn es sich dann noch um weit vor den Küsten gelegene offshore-Anlagen handelt, sind die Kosten für den Austausch der schwe-

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ren Teile oder ein wochenlanger Leistungsausfall immens. Ein weiterer Vorteil einer getriebelosen Gondel mit dem neuartigen Generator besteht in der großen Gewichtseinsparung und einer vereinfachten Konstruktion. Da die schwerste Komponente der Gondel wegfiele, ließen sich die Türme leichter bauen, montieren und warten. Trend und Team Die PM-Generators GmbH wurde im August 2009 von Ingenieuren gegründet, die ein neues, getriebeloses Generatorkonzept erfunden haben. »Sowohl das technische Prinzip der Umwandlung von Windkraft in elektrischen Strom, als auch die Konstruktion des Generators sind neu und weltweit einzigartig«, sagt Peter Hein von der PM Generators GmbH. Den Trend zu getriebelosen Anlagen gibt es seit vielen Jahren. »Für die offshore-Anwendung sind diese Anlagen bisher jedoch nur schwer an die rauen Umgebungsbedingungen auf See anzupassen«. Die Verantwortlichen der PM-Generators GmbH erkannten das Potenzial ihres Konzeptes und suchten einen innovativen und leistungsstarken Entwicklungspartner für ein komplettes System. Sie wandten sich an die ENASYS GmbH. ENASYS steht für »Energy and Automation Systems«, der Bereich, in dem Geschäftsführer Stefan Kolb an der Technischen Universität Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter Grundlagenforschung für Großunternehmen betrieb. Mit ihren neuen Umrichterkonzepten tragen der Leistungselektroniker und sein Team dazu bei, die Generatoren in diesen Windkraftanlagen optimal auszunutzen. So bauten sie für die PM-Generators GmbH im vergangenen Jahr ein Modell, das die Grundidee des Generators in der Praxis bestätigten konnte. Erst nach dieser erfolgreichen Modellphase haben die Gesellschafter des ausführenden Unternehmens

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beschlossen, das aufwendige Projekt zu finanzieren und damit in die Tat umzusetzen. Das Team, das heute an dieser neuen Anlagengeneration arbeitet, besteht aus fünfzehn Fachkräften aus zwei Unternehmen und der Technischen Universität Dresden, Fakultät für Leistungselektronik. »Das Projekt enthält sehr viele Innovationen und Neuentwicklungen. Auch für ein großes Unternehmen wäre es nicht einfach, ein so anspruchsvolles Projekt allein umzusetzen«, vermutet Herr Kolb. Schon allein, weil Leistungselektroniker hierzulande ausgesprochen selten zu finden sind. Durch die Kooperation mit der Technischen Universität Dresden, mit der er schon bei früheren Projekten erfolgreich zusammengearbeitet hat, war es ihm relativ schnell möglich, ein qualifiziertes und international besetztes Team zusammen zu stellen. Immer 50 Hertz Die Vorteile der getriebelosen Anlagen bestehen neben einem geringen Wartungsaufwand, der sie gerade für offshore-Anlagen auf hoher See attraktiv macht, in der unmittelbaren Energieumwandlung auch bei geringen Windstärken. Wind wird ohne die Übersetzung durch ein Getriebe, das zudem Reibung und somit Energieverlust mit sich bringt, direkter in Strom umgewandelt. »Um die Vorteile optimal nutzen zu können, ist allerdings die Entwicklung eines neuen Umrichters nötig«, erklärt Stefan Kolb. Umrichter wandeln die vom Generator gelieferte Energie so um, dass sie ins allgemeine Netz eingespeist werden kann. Der Generator selbst erzeugt Frequenzen zwischen fünf und 80 Hz, die für das hiesige Netz nicht optimiert sind. Die Netzfrequenz im europäischen Verbundnetz beträgt 50 Hz (in Nordamerika sind es 60 Hz). Der Strom aus dem Windgenerator muss mit dieser Frequenz, aber auch mit der Höhe der Netzspannung

Das kleine Model des neuartigen Windgenerators erzeugt eine Leistung von 50 kW. Bild links unten: Stefan Kolb, Geschäftsführer der ENASYS GmbH.

genau synchronisiert werden. ENASYS, die TU Dresden und die PM-Generators GmbH bearbeiten die Schnittstelle zwischen Generator und Netz. Sie erstellen die Software für diesen neuen Umrichter mit seinen neuartigen Regelungen, der später von der PM-Generators GmbH gebaut wird und in der Gesamtanlage zum Einsatz kommt. Bis Stufe drei »Für die Demoanlage haben wir uns für eine Leistung von 50 kW entschieden, weil die Entwicklung der Anlagensoftware mit extrem schneller Kommunikation im Vordergrund steht«, sagt Herr Kolb. »Der Teststand, «so der Entwickler weiter, »hat sich bewährt«. Stufe zwei ist inzwischen in Rathenow im Bau. Sie wird ein halbes Megawatt leisten. Der nächste Schritt ist eine Anlage, die fünf Megawatt ins Netz speisen kann. Das entspricht den heute geforderten Werten für offshore-Windkraftanlagen. »Wenn der Sprung von der 50 kW-Anlage zu einer 500 kWAnlage ebenso reibungslos verläuft, wie die bisherigen Tests, rechnen wir damit, die erste Windkraftanlage im nächsten Jahr in Betrieb zu nehmen«, davon ist Herr Hein überzeugt. Für die Windanlagenbetreiber wird es damit möglich, offshore-Windparks mit Windkraftanlagen von fünf Megawatt wirtschaftlich wie Kraftwerke langfristig zu betreiben. Reimund Lepiorz

ENASYS GmbH Tel: 030. 6576 3037, www.enasys.de TU Dresden Elektrotechnisches Institut Tel: 0351. 4634 2136 PM Generator GmbH Tel: 03391. 7759 974

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I n n o t e c h 0 3 / 2 0 1 1 Fi r m e n P r o f i l

Eingebaute Augen

Die Bi-Ber GmbH & Co. KG entwickelt Bildverarbeitungssysteme für die produktionsbegleitende Qualitätskontrolle. Mit neuen Technologien sind immer mehr Prüfaufgaben lösbar.

Immer mehr Einsatzmöglichkeiten in immer mehr Branchen, so war es auf der letzten internationalen Fachmesse für Bildverarbeitung, der Vision 2010, zu hören; der bisher erfolgreichsten Vision überhaupt mit weit über 300 Ausstellern. Es gibt kaum Industriezweige, die nicht auf der Anwenderliste stehen. Dass immer mehr Prüfaufgaben möglich sind, verdankt die Bildverarbeitung auch dem Einsatz neuer Technologien. Kameras mit Auflösungen bis zu zwölf Megapixeln kontrollieren zum Beispiel genauer als je zuvor. Mit LEDs sind die Möglichkeiten der Beleuchtung flexibler und effizienter geworden. Optische Prüf- und Messsysteme ersetzen in der industriellen Produktion seit Jahren die stichprobenartige Prüfung von Produkten durch Mitarbeiter. »Obwohl es diese Form der Qualitätskontrolle durchaus noch gibt«, so Ronald Krzywinski, Geschäftsführer der Bi-Ber GmbH & Co. KG. Auch deswegen geht man in der Branche davon aus, dass erst 20 Prozent der möglichen Applikationen umgesetzt sind. Die Ansprüche an das fertige Produkt sind allerdings gestiegen. Bei den Kontrollen wird zunehmend eine 100-Prozent Prüfung verlangt. Und da die künstlichen Augen unbestechlich sind und nie ermüden, gibt es schon wegen der Geschwindigkeit der ablaufenden Vorgänge oft keine wirkliche Alternative zur Automatisierung. Die Bildverarbeitungssysteme der Bi-Ber sind immer kundenspezifisch und schlüsselfertig. Die Anwendung leistet die Kontrolle der Produktqualität per Kamera im Produktionsprozess, die Bildverarbeitung und Programmierung von Regeln zum automatisierten Eingriff in den Ablauf bei auftretenden Qualitätsmängeln. Für Clopay Advanced Printing in Aschersleben konzipierte Bi-Ber ein System, das die automatische Überwachung und Justierung der Materialbahnführung beim Bedrucken von Folien und Vliesstoffen möglich macht. Es besteht im

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Bi-Ber GmbH & Co. KG develops image processing systems for quality control during the production process. With new technologies, more and more testing problems can be solved. Ever increasing application possibilities in more and more branches, this was the theme of the last international trade fair for image processing, Vision 2010; the most successful Vision to date with well over 300 exhibitors. There are hardly branches of industry that are not on the list of users. The fact that more and more testing tasks are possible with image processing is due to the use of new technologies. Cameras with resolutions of up to twelve megapixels, for example, check more precisely than ever before. With LED’s, illumination can be more flexible and more efficient. Optical testing and measurement systems have replaced random sample testing of products by employees in industrial production for years. "Although, this form of quality control definitely still exists", says Ronald Krzywinski, executive director of Bi-Ber GmbH & Co. KG. Therefore, the branch assumes that only 20 percent of possible applications have been implemented. The demands on the finished product have increased, however. Inspections increasingly demand 100-percent testing. And because artificial eyes are incorruptible and never tire, there is often no real alternative to automation, simply due to the speed. The image processing systems of Bi-Ber are always customer-specific and ready to use. The application checks the product quality via camera in the production process, performs image processing and the programming of rules for an automated intervention in the process in case of any quality defects. For Clopay Advanced Printing in Aschersleben, Bi-Ber designed a system, which makes automatic monitoring and adjustment of the material web guidance possible when printing films and nonwoven materials. It consists primarily of a Gigabit-Ethernet-camera with an objective and a panel-PC

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Wesentlichen aus einer Gigabit-Ethernet-Kamera mit Objektiv und einem im Schaltschrank installierten Panel-PC mit Touchscreen-Monitor und einer applikationsspezifisch entwickelten Bildverarbeitungssoftware. Die Integration in die Automatisierungsumgebung erfolgt mittels einer Profibus-Schnittstelle. Die Kamera ist an einer Traverse unterhalb der bedruckten Bahn befestigt und blickt von unten nach oben auf das Druckbild, das bei fortlaufend bedruckten Materialien stets gleich positioniert sein muss. Bei der Machine-Vision-Anlage wird ein beliebiges Druckmotiv eingelernt. Wie viele Parameter das System kontrolliert, hängt letztlich von der Leistung der Bildverarbeitungsbibliothek ab, hier zum Beispiel VisionPro von Cognex, mit der neue Muster einfach hinterlegt werden können. Der Leistungsumfang einer solchen Bibliothek ist groß und er enthält alles, was in der heutigen Bildverarbeitung möglich ist, wie zum Beispiel Kantenfinder, Messfunktionen oder eben die Mustersuche. Bi-Ber integriert seit drei Jahren Cognex Hard- und Software in ihre Lösungen. Cognex ist in vielen Firmen als interner Standard bei der Bildverarbeitung eingesetzt. »Im Osten von Deutschland gibt es aber nicht einmal eine Handvoll Integratoren, die Lösungen auf Basis von Cognex installieren können«, so Herr Krzywinski. In den Anwendungen der Bi-Ber sind in der Regel eine Reihe von Technologien integriert. Es sind PC-gestütze Systeme mit, je nach Anforderungen, bis zu acht Kameras. Etwa 350 kundenspezifische Systeme hat BiBer in den vergangenen 15 Jahren umgesetzt, zum Beispiel für Anwender aus der Medizintechnik, die Süßwarenindustrie (die Kontrolle von Schokoladentafeln und Leerformen), die Automobilzuliefer- und Elektronik­industrie. Einige der ersten laufen heute noch. Es ist selten die Technik, die den Lebensrahmen einer Anwendung begrenzt. Technik lässt sich aufrüsten, warten, updaten. Ihre Entwicklung schreitet voran. Es sind vielmehr die Lebenszyklen der Produkte, die eine Rolle spielen. Reimund Lepiorz

Rund 350 kundenspezifische Systeme hat das Unternehmen von Ronald Krzywinski (Bild links) in den vergangenen15 Jahren umgesetzt. Seit drei Jahren integriert es auch Cognex Hard- und Software in ihre Lösungen.

with a touch screen monitor and an application-specific developed image processing software installed in the switchgear cabinet. It is integrated into the automation environment by means of a profibus interface. A desired printing design is programmed with the machine-vision system. How many the parameters the system controls ultimately depends upon the performance of the image processing library. In this case, VisionPro by Cognex, with which new templates can easily be saved. Such a library is very extensive and contains everything that is possible in modern image processing, such as edge checker, measuring functions, or a template search. Bi-Ber has integrated Cognex hardware and software into its solutions for three years. Cognex is used in many companies as an internal standard in image processing. "In eastern Germany, there is not even a handful of integrators, who can install solutions based on Cognex", says Mr. Krzywinski. In general, a series of technologies is integrated into the applications of Bi-Ber. These are PC-supported systems with up to eight cameras, depending upon the requirements. Bi-Ber has implemented about 350 customer-specific systems in the past 15 years, for users in medical engineering, the confectionery industry, the automotive supply industry, and the electronics industry, for example. Some of the first ones are still in use. It is usually not the technology, which limits the useful life of an application. Technology can be upgraded, maintained, updated. The life cycles of the products play a more important role. Bi-Ber GmbH & Co. Engineering KG Tel: 030. 5304 1253, www.bilderkennung.de

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Ein virtuelles Abbild der Realität

Der Studiengang Betriebliche Umweltinformatik hat die Produktionsprozesse der BAE Batterien GmbH in Software abgebildet. Das Simulationstool dient dazu, diese und auch weitere Prozesse zu optimieren.

Für Professor Volker Wohlgemuth lag eine Kooperation selten so nah. Er muss faktisch nur die Wilhelminenhofstraße überqueren und befindet sich schon auf dem Gelände der BAE. Die räumliche Nähe hat sich unter anderem bei der umfangreichen Datensammlung als sehr hilfreich erwiesen. Der Studiengang Betriebliche Umweltinformatik arbeitet seit 2009 mit der BAE in einem Forschungsprojekt zusammen, das die stoffstrombasierte Modellbildung und Simulation behandelt. «Wir unterstützen die BAE im wesentlichen darin, ihre Produktionsprozesse in Hinblick auf den Energieverbrauch, den Verbrauch an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen hin zu optimieren«, fasst es der Wissenschaftler zusammen. Er nutzt

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diverse Softwarewerkzeuge - Eigenentwicklungen der HTW, Standardtools sowie Spezialsoftware – die die aktuelle Struktur des Produktion­sprozesses simuliert, Stoff- und Energieströme ­sowie Kostenströme visualisiert und auswertet. »Uns interessiert aber auch die Outputseite des Unternehmens. Wir haben zum Beispiel analysiert, wo und an welcher Stelle denn bestimmte Abfallströme im Unternehmen auftreten und wie sie gemäß des elektronischen Abfallnachweisverfahrens (eANV) korrekt entsorgt werden können.« Eines der verwendeten Softwareprogramme ist »Umberto«; marktführend in der Darstellung des betrieblichen Stoffstrommanagements. »Es gibt allerdings einige Aspekte, die sich mit »Umberto« nicht ganz so einfach betrachten lassen,« so Prof. Wohlgemuth. Was bisher fehle, ist ein Tool, das sowohl Stoffund Energieströme als auch klassische Simulationsergebnisse wie Durchlaufzeiten, Maschinenauslastungen, Termintreue- und Engpassanalysen vereint. Deshalb arbeitet er an einer Software, die auch diese Aspekte ganzheitlich in einem einzigen Modell einbezieht. Mittlerweile ist die BAE in ihrem Produktionsprozess weitgehend abgebildet, das heißt, es existiert ein virtuelles Abbild des Real­ systems, beziehungsweise der Realität. Über die vorhandene Software lässt sich die Produktion optimieren und berechnen. Für das Unternehmen ganz offensichtlich ein großer Gewinn. Denn aufgrund der vorliegenden Ergebnisse hat die BAE einem weiteren Forschungsprojekt mit der HTW zugestimmt. Sie plant, ihren Standort Öberschöneweide neu und damit effizienter zu

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strukturieren. Die Herausforderung liegt unter anderem im Standort selber: BAE, ein altes Berliner Traditionsunternehmen, arbeitet seit 1899 auf dem Gelände in Schöneweide. Ab August dieses Jahres werden die Simulationswerkzeuge genutzt, um eine stoffliche und energetische Analyse des Produktionsprozesses durchzuführen, die die Gesamteffizienz des Betriebes im Rahmen der Neubau- und Umstrukturierungsmaßnahmen der Produktion deutlich erhöht. »Gegebenenfalls müssen wir die Softwarewerkzeuge anpassen, um so die spezifischen Anforderungen des Betriebes besser zu berücksichtigen.« Die softwaregestützte Analyse soll ökologische und ökonomische Schwachstellen und Verbesserungspotentiale identifizieren. Der besondere Fokus liegt auf dem Stoffstrom »Energie«. Dabei werden mit Hilfe der Simulationsmodelle Alternativen des Produktionsprozesses, besonders solche, die

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Traditionsbetrieb: Die BAE produziert seit 1899 auf dem Gelände in Schöneweide. Bild links: Professor Volker Wohlgemuth startete das Forschungsprojekt mit dem Unternehmen im Jahre 2009.

für eine Verringerung des Energiebedarfs relevant sind, vor deren Realisierung durchgespielt. »Wir gehen jeden einzelnen Schritt proaktiv durch, analysieren in Bezug auf Einsparungen, den Ablauf, das Handling und beantworten Fragen wie: sind die Wege möglichst kurz, werden Engpässe vermieden, reicht die Lagerkapazität etc.« Das ermöglicht der BAE in allen Unternehmensbereichen eine bessere Planungsgrundlage bei Veränderungen innerhalb der operativen und taktischen Weiterentwicklung des Produktionsprozesses. Konkret sieht die Berechnung unter anderem eine Verbesserung der Energieeffizienz im Vergleich zum IST-Zustand, Reduzierung der durch die innerbetrieblichen Transporte verbundenen CO2-Emissionen, Verbesserung der Materialeffizienz und weiterer Prozesse vor. Sie könnten, so die bisherigen Berechnungen, bis zu zehnprozentige Einsparungen im jeweiligen Segment mit sich bringen. Reimund Lepiorz

HTW Berlin Studiengang Betriebliche Umweltinformatik Prof. Volker Wohlgemuth, Tel: 030. 5019 4393 [email protected] BAE Batterien GmbH Tel: 030. 5300 1661, www.bae-berlin.de

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Algorithmen zur Regelung von Windkraftanlagen

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften I, Fachgebiet Regelungstechnik, der HTW entsteht eine Software, die es ermöglichen soll, Windkraftanlagen zuverlässiger zu betreiben.

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Windkraftanlagen sind in den vergangenen Jahren wesentlich leistungsfähiger geworden. Damit sind auch die Anforderung an Sicherheit und Verfügbarkeit gestiegen. Um mögliche Ausfälle, gerade bei stark belasteten Komponenten wie dem Lager, Getriebe, Frequenzumrichter oder Generatoren, möglichst früh zu erkennen, installieren Anlagenbauer Condition-Monitoring Systeme, die den laufenden Betrieb überwachen. »Mit diesen rein signalbasierten Systemen erreicht man bisher eine gesteigerte Funktionssicherheit auf der Komponentenebene«, erklärt Professor Horst Schulte. Ausfälle oder Störungen elektronischer Komponenten zum Beispiel im Bereich der Sensorik können allerdings Schäden an der gesamten Anlage verursachen, die auf der Komponentenebene nicht direkt erkannt werden. Das Problem ist oftmals nicht der Totalausfall, sondern eine schleichende Änderung der Sensorsignale, die dann fortlaufend falsche Messwerte liefert, wodurch die Anlage nicht mehr optimal und zuverlässig betrieben wird. Feststellbar ist dies oft nur indirekt und mit erheblichem Zeitverzug. Falls Einzelergebnisse im Gesamtverbund nicht klar zuzuordnen sind, führt das zu einem Anstieg der Stillstandszeiten. Die Anlage wird bei nicht sicher isolierbaren Fehlerursachen oder Fehlerarten und bei fehlender Information über den Zustand des Gesamtsystems in den meisten Fällen nämlich erstmal abgeschaltet. Ziel ist nun eine modellgestützte Steuerungssoftware zu entwickeln, die es ermöglicht, Windkraftanlagen noch zuverlässiger zu betreiben. Die Grundidee besteht darin, ein adäquates mathematisches Modell zu erstellen, mit dem das Gesamtsystem überwacht wird. »Es geht um Systemtechnik, die es in dieser Form noch nicht gibt«, so Professor Schulte. An einer ähnlichen Problemstellung hat der Wissenschaftler bereits im Automobil-

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Professor Horst Schulte leitet das Projekt »Fehlertolerante Regelung von Windkraftanlagen«. Mit dabei ist das Reiner Lemoine Institut gGmbH, die Key Wind Energy GmbH und die Firma Bachmann eletronic GmbH.

bereich geforscht. Dort werden schon seit einiger Zeit Algorithmen untersucht, um mittels Informationen, die über moderne Bussysteme in Echtzeit miteinander ausgetauscht werden, Systemfehler zu detektieren, zu isolieren und eventuelle Korrekturen im Sinne einer fehlertoleranten Regelung auszuführen. Das bedeutet, dass die Anlage je nach diagnostiziertem Fehler an das fehlerbedingt veränderte Streckenverhalten angepasst wird. Damit wird das Stillsetzen der Anlage vermieden. Im Zentrum der Untersuchung stehen dabei sicherheitsrelevante Anlagenfehler im Bereich der Rotorblattverstellung um die Blattlängsachse (Pitchverstellung) und Fehler im Antriebsstrang. Neben der HTW, die im Fachgebiet Regelungstechnik die Projektleitung übernimmt, ist auch das Institut für Mechatronik der Universität Rostock und das Reiner Lemoine Institut gGmbH (RLI) als gemeinnützige Forschungseinrichtung am Projekt beteiligt. Das RLI beschäftigt sich mit der umsetzungsnahe For-

schung zum Thema Erneuerbarer Energien und ist besonders auf dem Gebiet der Windenergietechnik international bekannt. Ein weiterer Kooperationspartner ist die Firma Key Wind ­Energy GmbH, die auf das technische Consulting im Bereich Wind­ energie spezialisiert ist. Die Firma Bachmann electronic GmbH stellt schließlich Steuerungen für Windkraftanlagen her – das eigentliche Zielsystem, in das die Forschungsergebnisse, also Funktionen und Algorithmen, exemplarisch integriert und möglichst auch validiert werden sollen. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und startet am ersten August dieses Jahres. Es ist zunächst für drei Jahre konzipiert. Um ein Serienprodukt herzustellen, ist die Zeit eindeutig zu knapp bemessen. »Aber wir sind der Meinung, dass wir innerhalb der Forschungsdauer die Fehlererkennung im Pitchsystem und im dem Antriebsstrang beherrschen können«, sagt Prof. Schulte. Er rechnet mit dem Prototyp einer Steuerung, die für Windkraftanlagen ab mittlerer Größe, also von etwa 400 Kilowatt, bis zu den bislang größten Anlagen von fünf Megawatt ausgelegt ist. Reimund Lepiorz

HTW Berlin Fachbereich Ingenieurwissenschaften I, Fachgebiet Regelungstechnik, Prof. Dr.-Ing. Horst Schulte, Tel: 030. 5019 3301, www.htw-berlin.de

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Wirt s chaftsför derung Mit Innovationen über die Grenzen Unterstützung für Innovationsprozesse bis in Auslandsmärkte – das ist das großen Ziel des EU-Projektes PROINCOR. Innovations- und Transfereinrichtungen aus zehn Regionen der Mitgliedsstaaten Deutschland, Polen, Tschechien, Ungarn, Italien, Slowenien und Österreich verfolgten das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in diesen Ländern durch die Verbesserung ihrer Innovationsleistung zu erhöhen. Starten werden die konkreten Projekte immer mit einem Innovationsaudit im Unternehmen, gleichgültig, ob es zum verarbeitenden Gewerbe oder dem industriellen Dienstleistungssektor gehört. Für diese Analyse der gegenwärtigen oder geplanten Innovationsleistung des Unternehmens stehen qualifizierte Innovationsberater bereit. Eines der drei unterstützenden Unternehmen, die vom Projektträger für Berlin und Brandenburg benannt wurden, ist die INVENT NET GmbH mit Sitz im TGS. Und ihre Arbeit ist für die Unternehmen kostenfrei. Mit Hilfe eines methodischen Analyseinstrumentes werden Stärken und Schwächen des Innovationsmanagements im Unternehmen ermittelt. Externer Innovationsberater und Unternehmensführung entwickeln gemeinsam im Ergebnis der Analyse einen Aktionsplan zur Verbesserung der Innovationsleistung. In Abhängigkeit vom konkreten Bedarf der Unternehmen werden weitere Partner des regionalen Innovationssystems, zum Beispiel aus den Bereichen Forschung und Technologietransfer, in die Initiierung und Umsetzung von Innovationsprojekten einbezogen. Dabei kann es sich um Produkt- und Prozessentwicklungsprojekte sowie Schulungs- und Trainingsmaßnahmen auf dem Gebiet des Innovationsmanagements handeln. »Oder um die Unterstützung bei der Orientierung auf Auslandsmärkte«, wie Dr. Brandenburg von der INVENT NET anmerkt. PROINCOR will den Anstoß für ein verbessertes Innovationsmanagement bis zur erfolgreichen Vermarktung aus Auslands­ märkten geben. Deshalb ist eine Fortführung der Zusammen­ arbeit der Innovationsberater gewollt. Dafür ist die INVENT NET als vom BMWi autorisiertes Beratungsunternehmen besonders geeignet, stehen ihr doch Mittel verschiedener Förder­ programme zur Verfügung. INVENT NET GmbH, Tel: 030. 5304 1799, www.invent-net.de

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Schöneweide CREATIVE - neue Branchenpotentiale Ausgehend von den wirtschaftlichen und räumlichen Potenzialen Schöneweides entwickelt ein neues Projekt modellhaft Strategien, die zu einer Aufwertung der Räume und Leerstände beitragen sollen. Schwerpunkt ist die Einbindung von Eigentümern und Verwaltern geeigneter Standorte zur weiteren Ansiedlung von Unternehmen. Dazu werden potentiellen Flächen und Gebäude erfasst und bewertet, um daraus abgestimmte, branchenfördernde Ansiedlungsbedingungen abzuleiten. Im Vordergrund steht die Kreativwirtschaft. Um Synergien von HTW, Immobilieneigentümern, Künstlern, Kunst- und Kulturinstitutionen und Kulturwirtschaftsunternehmen zu fördern, ist der

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Ausbau teilweise vorhandener Netzwerke durch Kooperation, unterstützende und beratende Unternehmensbegleitung und Initiierung gemeinsamer Projekt- und Standortinitiativen gelant. Neben den Netzwerken zählen dazu auch eine Daten- und Kommunikationsplattform als Basis für das geplante Regionalmanagement. Das Projekt erhebt und analysiert Daten, erarbeitet Strategien und Dienstleistungen und baut Kooperationen zur Standortentwicklung für Schöneweide auf. Für den traditionellen Industriestandort, der sich nach wie vor im Umbruch befindet, ist die Beseitigung von Leerstand wie auch die Unterstützung bei der Ansiedelung zukunftsorientierter Unternehmen, besonders aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, ein immens imagefördernder Aspekt, der zu einer Aufwertung des Standortes beitragen kann. Die Einrichtung unterstützender Dienstleistungen für Kreativwirtschaftler und anderer Unternehmen in Schöneweide orientiert sich an ermittelten Problemschwerpunkten und vermittelt aktive Unterstützung der Ansiedlung von Unternehmen an ausgewählten Standorten. Das erfolgt über eine Anlaufstelle, deren nachhaltige Etablierung gesichert werden soll. Dabei werden auch die Angebote der Anlaufstelle »Schöneweide CREATIVE« über das Projektende hinaus in Abstimmung mit dem Regionalmanagement Schöneweide aufrecht erhalten. Im Rahmen des Projektes wird geprüft, ob und zu welchen Bedingungen schließlich eine wirtschaftliche Eigenständigkeit von »Schöneweide CREATIVE« eingeleitet werden kann. Agrarbörse Deutschland Ost e.V., Karlheinz Riedel, Eichenstraße 2, 12435 Berlin, Tel: 030. 5360 850

Unternehmer- und Ausbildungstag Süd-Ost 2011 Am 9. September 2011 von 10 bis 17 Uhr veranstaltet die Wirtschaftsförderung Treptow – Köpenick im Freizeit und Erholungszentrum (FEZ) – Berlin, Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin erneut den Unternehmer- und Ausbildungstag Süd-Ost. Unternehmer haben die Chance, ihre Firma zu präsentieren und zugleich den für Sie geeigneten Nachwuchs zu bewerben und zu beraten. Gemeinsam mit ihnen will die Wirtschaftsförderung Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern lebendige Eindrücke von den Inhalten, Anforderungen und Entwicklungsperspektiven in vielen attraktiven Ausbildungsberufen und Ausbildungseinrichtungen vermitteln. Zielgruppe sind vor allem Firmen, die eine langfristige Entwicklung ihrer Nachwuchsplanung im Blick haben und die über eine Messepräsentation zur Netzwerkbildung und Unternehmensbindung beitragen möchten. Der Unternehmer- und Ausbildungstag bietet allen Unternehmen die ideale Möglichkeit, sich ihrem Zielpublikum zu stellen und persönliche Kontakte aufzubauen. Sie haben Gelegenheit, durch ein lebendiges Ausbildungskonzept mit Präsentationen, individuellen Beratungen über Bildungschancen und Jobperspektiven dazu beizutragen, dass junge Leute ihre ersten Kontakte mit Arbeitgebern der Region knüpfen können. Bezirksamt Treptow- Köpenick, Wirtschaftsförderung, Andrea Engel, Tel: 030. 90297 2501, www.wirtschaftsfoerderung-treptow-koepenick.de

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Ver anstalt ungen Zwei Sommerfeste Am 28. Juli lud das TGS zum diesjährigen Sommerfest. Etwa 80 Gäste aus TGS und IPW fanden sich ein. Neben den Vertretern des Hauses begrüßte auch der Prof. Dr. Matthias Knaut, Vizerektor der HTW, die Sommergäste (zweites Bild). Mit gutem Grund: Das TGS nimmt nach und nach auch seine Funktion als Außenstelle der HTW wahr. Im Frühjahr dieses Jahres zog zunächst die Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationsanwendungen (INKA) ins Haus ein. In den nächsten Monaten folgt das Institut für Fremdsprachen. Prof. Knaut hob zudem die Kooperationsbereitschaft der HTW mit den Firmen vor Ort hervor. Gerade für Mittelständler böte das HTW sehr viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Gebieten. Am 25. August lädt auch der Innovationspark Wuhlheide zum jährlichen Sommerfest. Natürlich sind neben Mitarbeitern der Firmen aus IPW und TGS auch Kooperationspartner und Gäste aus der regionalen Wirtschaft und Verwaltung geladen. Es wird um rechtzeitige Anmeldung gebeten. Erfolgreiche Nachfolgeplanung Am 26.05.2011 fand im IPW ein Stammtisch zum Thema »Erfolgreiche Nachfolgeplanung – eine Herausforderung für den Mittelstand« statt. Dr.-Ing. Hans-Joachim Koch, Geschäftsführer der DR. KOCH & PARTNER Managementund Wirtschaftsberatung (viertes Bild, mitte) sowie RA Karl-Friedrich Pfizenmayer, Geschäftsführer der ACCEPTATREUHAND Steuerberatungsgesellschaft mbH (auf dem Bild links zu sehen; rechts Klaus-Henry Koch, Geschäftsführer der IMG Innovationspark Wuhlheide Managementgesellschaft mbH) gaben Hinweise für eine plausible Nachfolgeplanung vor dem Hintergrund der Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmer, die keine Gelegenheit hatten, an der Veranstaltung teilzunehmen, können sich im Nachhinein über Inhalte der Veranstaltung bei der IMG informieren. www.ipw-berlin.de Wettbewerb: Familienfreundlicher Betrieb Unternehmen mit Sitz im Bezirk Treptow-Köpenick sind eingeladen, sich am Wettbewerb «Familienfreundlicher Betrieb des Bezirks Treptow-Köpenick 2011« zu beteiligen. Auch Arbeitnehmer können ihren Betrieb vorschlagen. Die zwei ersten Preise von jeweils 500 Euro für Betriebe mit bis zu 20 Beschäftigten und für Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten werden von Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler am Freitag dem 9. September 2011 während des Unternehmer- und Ausbildungstages verliehen. Die Wettbewerbsunterlagen können bei der Wirtschaftsförderung angefordert werden. www.wirtschaftsfoerderung-treptow-koepenick.de

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forschen entwickeln produzieren

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Ob im grünen Umfeld der Wuhlheide oder im historischen Industriegebiet Oberschöneweide – zentral gelegen finden Sie die passenden Räume für Ihr Unternehmen im Südosten Berlins! Flexible Mietbereichsgestaltung, intakte Unternehmensnetzwerke und eine kundenorientierte Vor-Ort-Betreuung der Unternehmen sind wesentliche Stärken der Zentren. ­Werkstätten, Labore, Multifunktions- und Büroräume stehen Ihnen neben einem umfangreichen Service zur Verfügung. Weitere I­ nformationen und ein persönliches Mietangebot erhalten Sie von unserer Liegenschaftsverwaltung!

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Liegenschaftsverwaltung für IPW und TGS / www.ipw-berlin.de, www.tgs-berlin.de [email protected], [email protected] / Tel: 030.65 76 24 31, Tel: 030.53 04 10 00

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in den Räumen der Technologiezentren Spreeknie und Innovationspark Wuhlheide

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